| Immigration to Canada | News - Nachrichten und Berichte |
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Dies hat bei vielen zukünftigen Einwanderern zu grossen Hoffnungen geführt. Meiner Ansicht nach sind diese Ankündigungen weitgehend Propaganda-Aktionen, welche im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen gesehen werden müssen. Diese Aeusserungen wurden Ende September und im Oktober 2005 gemacht, als es zunehmend klar wurde, dass die Regierungspartei gestürzt wird, was dann im November auch geschah. Man muss sich bewusst sein, dass fast 40% der Einwohner in den Grosstädten Kanadas nicht in Kanada geboren wurden, sondern Einwanderer sind. Selbst wenn man die erwachsenen Kinder dieser Familien nicht einrechnet, ist dies ein ungeheures Stimmenpotential, und die Grossparteien buhlen um die Gunst dieser sozialen Gruppe. Viele dieser Einwanderer haben Verwandte oder Freunde, welche auch gerne nach Kanada kommen möchten, oder sind aus eigener Dankbarkeit der Immigration als Ideal verpflichtet. Die Ankündigungen umfassen eine Steigerung der Einwanderungsquote von etwa 5% in den nächsten 5 Jahren, später bis zu etwa 30%. Damit steigt die Einwanderungsquote auf etwa 1% der Bevölkerung pro Jahr. Dies war ein altes Wahlversprechen derselben Partei in den neunziger Jahren, das nie erfüllt worden war, vermutlich weil die Verwaltung die Kapazität zur Steigerung gar nicht hat. Die 5% der nächsten Jahre werden wohl allein durch die versprochene Bearbeitung der wartenden Eltern-/Grosselternklasse aufgebraucht werden, welche im Moment 5-7 Jahre warten mussten. Ob die Bereitschaft zur vollen Steigerung der Einwanderungsrate auch in 5 Jahren noch da sein wird, bleibt offen. Wahlversprechen sind hier traditionell kurzlebig. Kanada ist wirtschaftlich zunehmend gesättigt, und in der Bevölkerung regt sich zunehmende Kritik an der weit offenen Einwanderungspolitik des Bundes. Ich werde die sozialen Probleme dieser Sättigung und die persönlichen und praktischen Lektionen für Einwanderer in einem weiteren Artikel ansprechen. Die versprochenen Riesengelder betreffen vor allem die Eingliederung von Immigranten in der Provinz Ontario, die interessanterweise auch den grössten Stimmenanteil im Land ausmacht. Dabei stehen Sprachförderung, Anerkennung von Ausbildungen im Ausland, und Stellenvermittlung im Vordergrund - alles Eingliederungsprobleme, welche auf eine steigende Sättigung der Wirtschaft mit Immigranten hindeutet. Sturm im Wasserglas? In Bezug auf die persönlichen Hoffnungen von momentan wartenden Einwanderern würde ich dies sicher bestätigen. Grund zur Beunruhigung? Eine andere Gruppe von interessierten Einwanderern äussert sich sehr besorgt über bevorstehende Verschärfungen im Zusammenhang mit den Wahlen. Meiner Ansicht ist dies ein Gerücht ohne Fakten, und obwohl niemand die Zukunft vorhersagen kann, besteht meiner Ansicht nach kein Grund zur Panik. Wenn die Liberale Partei gewinnt, kommt es kaum zu spürbaren Veränderungen in den nächsten Monaten. Wenn die Konservativen gewinnen, ist alles offen, aber Aenderungen werden kaum sofort nach Regierungsübernahme in Kraft gesetzt. Eine spürbare Realität hingegen ist die Verlängerung der Wartezeiten. Bei einer jährliche Einwanderungsquote von knapp 250'000 ist die Warteschlange wiederum auf etwa 700'000 angestiegen, und Botschaften wie Paris geben nun durchschnittliche Wartefristen für ein Einwanderungsgesuch von fast 5 Jahren zu. Mehr über diese Situation - und welche Abkürzungsverfahren in Frage kommen - im nächsten Bericht.
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